www.biosimilars-info.deEntwicklung und Herstellung
Ursprünglich wurden Biopharmazeutika durch Extraktion aus tierischem oder menschlichem Gewebe gewonnen. Nachfolgend gelang es, menschliche Erbinformationen, also Gene, in Bakterien, Hefepilze oder Säugetierzellen zu übertragen und so Zelllinien, also DNA-Klone, für die Produktion zu erzeugen. Dies ist bis heute die etablierte Herstellungsmethode menschlicher Proteinarzneimittel. In kleinen Bioreaktoren beginnt die Anzucht der Zelllinien, die hierzu in einer Nährlösung gelagert werden. Dieser Prozess nimmt unterschiedlich viel Zeit in Anspruch. E. coli-Bakterien etwa teilen sich alle 20 Minuten, während beispielsweise Säugetierzellen dies nur einmal in 24 Stunden tun.
Während der anschließenden Fermentierung produzieren die Organismen nun die gewünschten Wirkstoffmoleküle. Dazu wechseln die Zellen mehrfach die Fermenter und werden in immer größere Tanks umgeschüttet. Anschließend muss das Zielprotein in einem Reinigungsprozess vom übrigen Material getrennt und "geerntet" werden. Im Idealfall verlässt das Protein die Zelle und wird durch Zentrifugieren oder Filtration separiert. In allen anderen Fällen muss die Zellmembran zuvor aufgebrochen werden. In Tanks mit 1.000 bis 15.000 Litern Fassungsvolumen entstehen so beispielsweise über mehrere Wochen oder sogar Monate hinweg Kilogramm-Mengen an Wirkstoff. Dieser wird abschließend in die zur Verabreichung fertige Formulierung gebracht und das Präparat abgepackt.
Bei der Entwicklung und Herstellung von Biosimilars werden die gleichen Qualitätsstandards
und Verfahren angewandt wie bei den Erstanbieterpräparaten. Um eine größstmögliche Ähnlichkeit zum Referenzprodukt zu erreichen, überwachen Biosimilarshersteller den Produktionsprozess und die -anlagen bis ins kleinste Detail. Das Konzept der "Guten Herstellungspraxis" (Good Manufacturing Practice, kurz GMP), nach dem Biosimilars produziert werden, steht für engmaschige und sorgfältige Kontrollen. GMP-Inspektionen für Biopharmazeutika werden in der Europäischen Union von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) koordiniert und durchgeführt.
Einige Hersteller haben sich darüber hinaus den Quality by Design-Kriterien
der EMA verpflichtet, welche die Qualität zusätzlich sicherstellen.